Aschenbrödel nicht nur einmal im Jahr

Immer wieder zur Weihnachtszeit rauscht die aufgeweckte Märchenprinzessin in einer herrschaftlichen Kutsche zum Schloss, verdreht dem Prinzen hernach im königlichen Ballsaal gehörig den Kopf und reitet alsbald mit ihm durch traumhafte Schneelandschaften dem Happy End entgegen ... Genauso mögen es die Fans der wohl romantischsten Geschichte in der heimeligen Zeit. Denn erst dann kann Heiligabend kommen.

Für alle, die sich auch nach dem Weihnachtsfest von Aschenbrödel verzaubern lassen möchten, hat sich mecklenbook im 45. Jubiläumsjahr des Filmklassikers etwas Besonderes ausgedacht: ein personalisierbares Buch. Kleine und große Mädels können jetzt selbst Aschenbrödel sein. Denn in dem neuen Märchenklassiker trägt die Prinzessin ihren Namen! Damit Träume wie dieser in Erfüllung gehen, haben sich Autorin Anne Breitsprecher und Illustratorin Stephanie Wunder des märchenhaften Stoffs angenommen. Gerlinde Bauszus wollte von den beiden mehr über die Entstehung des Buches erfahren und hat nachgefragt.

 

Zunächst: Was macht für Euch den Zauber des Films „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aus?

Anne: Für Märchenverhältnisse ist Aschenbrödel schon sehr außergewöhnlich. Sie klettert auf Bäume, reitet, schießt mit der Armbrust, veräppelt den Prinzen.
Stephanie: Dazu kommen die tolle Musik, zauberhafte Kulissen und Aschenbrödel selbst natürlich.

Erzähl doch mal, wie kam es zu diesem Buch?

Anne: Die Prinzessin fand ich schon als Kind klasse. Und wie oft ich den Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gesehen habe, weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden Fall konnte ich fast alle Szenen mitsprechen. Trotzdem habe ich mir das Märchen noch mal ganz genau angeschaut, bevor ich mich an den Schreibtisch gesetzt habe.

Wie genau?

Anne: In Zeitlupe! Sechs Stunden lang! Ich hielt den Film immer wieder an, um wichtige Zitate aufzunehmen. Daran habe ich mich später orientiert. So finden Aschenbrödel- Fans, was sie am Film lieben, auch im Buch wieder.

War sofort klar, wie Du an das Schreiben der Geschichte herangehen möchtest?

Anne: Ganz und gar nicht. Anfangs stand die Frage, vielleicht eine historische Textvorlage umzuarbeiten. Deshalb nahm ich mir die Ursprungsfassung vor, merkte aber schnell, dass die gar nicht so mitreißend war. Außerdem hatte ich längst den Film mit allen Sinnen „eingeatmet“. Während des Schreibens fragte ich mich immerzu: Versteht mich ein Kind? Klingt die Sprache auch nicht zu gestelzt oder altbacken? Ich wollte die Geschichte so erzählen, wie ich mir ein modernes Märchen vorstelle.

Und wie entstanden die schönen Zeichnungen?

Stephanie: Bevor ich loslegte, habe auch ich mir den Film mehrmals angeschaut und dabei notiert, welche Bilder später am besten im Buch zur Wirkung kommen könnten, damit die Komposition der Szenen zur Filmvorlage passt.

Kreierst Du die Bilder am Computer oder auf Papier?

Stephanie: Ich zeichne mit einem digitalen Stift am Grafiktablet. Das macht mir am meisten Spaß. Da bin ich auch mutiger. Einen falschen Strich auf dem Papier kriegt man nicht so schnell weg. Mit dem digitalen Stift kann man viel mehr ausprobieren.

Nun kennt Aschenbrödel jedermann aus Büchern und Filmen. Wo setzt man da den Zeichenstift an?

Stephanie: Da der Film am populärsten ist und eine riesige Fan-Gemeinde hat, habe ich mich stark an die filmische Vorlage gehalten. Klar musste ich auch einiges umstellen und verändern, aber im Grunde sind die Schlüsselszenen erhalten geblieben. Beim Zeichnen selbst halfen mir Screenshots.

Wie kamen Bilder und Geschichte zueinander?

Stephanie: Wir haben besprochen, welche Szenen unbedingt ins Buch sollten und legten los: Anne mit Schreiben, ich mit der farbtechnischen Planung. Als ich den Text las, war ich hin und weg. Das hat mich beim Zeichnen regelrecht beflügelt.

Warum Aschenbrödel als personalisierbares Buch?

Anne: Wir Mädels von mecklenbook sind Aschenbrödel- Fans. In einem Weiberhaufen wie unserem hat jede einen Bezug zu der frechen Märchenprinzessin. Für uns gehört sie einfach zu Weihnachten. Deshalb wollten wir das Märchen adaptieren und mit zauberhaften Bildern diese tolle Geschichte schreiben.

Bleibt eine letzte Frage: Warum müsste denn eigentlich der Küchenjunge Aschenbrödel heiraten?

Anne: Weil er das Rätsel löst. Auf Aschenbrödels Frage: „Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr, wer ist das?“, antwortet der Küchenjunge – und nicht der Prinz: „Unser Aschenbrödel!“
Stephanie: Der Prinz ist eben total verknallt und deshalb etwas sprachlos. Da muss man schon ein bisschen nachsichtig mit ihm sein ...

Autor: Gerlinde Bauszus
Fotos: Stephanie Wunder

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