Der schönste DEFA-Märchenfilm kommt als Showspektakel zurück

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist für viele ein fester Bestandteil des weihnachtlichen Fernsehprogramms. Ab Dezember geht der deutsch-tschechische Kultklassiker auf große Live-Tournee. Als Sensation gibt es einen der damaligen Hauptdarsteller auf der Bühne.

Aschenbrödel streichelt ihre Eule und denkt voller Trauer an ihre verstorbenen Eltern. Nichts ist ihr geblieben außer ihrem Pferd Nikolaus, ihrem Hund Kasperle und ihrer Eule Rosalie. Ihre herrische Stiefmutter behandelt sie wie eine Magd. Sofort dürften jetzt die vielen Fans des Defa-Films „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ die berührenden Szenen vor Augen haben.

Doch plötzlich wird gesungen – und zwar bei der Hamburger Ankündigung der Familienshow „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ab dem 21. Dezember wird es im deutschsprachigen Raum 59 Aufführungen geben. Nüchterne Hallen sollen dazu in prächtige Märchenwelten verwandelt werden.

Sängerin und Komponistin Natalia Helena Schulz gibt einen Vorgeschmack. „Das Leben ist nicht fair“ ertönt voller Leidenschaft. Begleitet wird die junge Frau von Live- Musikern.

Schulz ist die einzige Sängerin im Ensemble. „Es ist eine Familienshow und kein Musical. Hier trifft Sprechtheater auf Popmusik“, erklärt Martin Purwin, einer der beiden Geschäftsführer von Icestorm Live. Das Unternehmen, das Shows entwickelt, produziert und vermarktet, möchte an den Erfolg des deutsch-tschechischen Films von 1973 anknüpfen. Dafür wurden bis Ende August die Künstler gecastet.

Das liebreizend-freche Aschenbrödel und der manchmal etwas unbeholfene Prinz werden von Maria Stepanov und Lukas Janisch gespielt. Beide haben gerade ihre künstlerische Ausbildung beendet und sind vollmotiviert. Ihre Begeisterung ist deutlich spürbar. „Welches Mädchen träumt nicht einmal davon, die Prinzessin zu sein?“, schwärmt Stepanov.

Aber Lampenfieber ist auch im Spiel – und Respekt. Denn Pavel Trávníček, der Prinz aus dem Defa-Film wird die Rolle des Königs übernehmen. Der 66-jährige Schauspieler bekundet ebenfalls seine Hochachtung: „Für mich ist es eine große Ehre in die Fußstapfen von Rolf Hoppe zu treten“, sagt er.

Und auch bei diesem Bekenntnis haben alle Filmfans ganz sicher die herrlich pointierten Szenen einer Ehe vor Augen, in denen sich der König gar schlecht an seine Jugendtage und -taten erinnert. Die Geschichte des Königs soll denn auch mehr Raum in der Show bekommen. Ansonsten wird die Handlung am Original festhalten, während die Dialoge dem heutigen Sprachgebrauch angepasst werden. „Ich habe versucht, den Figuren etwas mehr Futter zu geben, da der Film schon ein paar Jahrzehnte alt ist,“ erklärt Axel Polke, der Autor und Schauspielregisseur.

Die größte Herausforderung aber ist die Adaption der Schauplätze auf die großen Arenabühnen. Wie das Schloss Moritzburg dargestellt wird, wollten die Produzenten in Hamburg nicht verraten. Doch erklärten sie, dass eine Sandbahn um die Bühnen gelegt werde, damit Aschenbrödel auf ihrem Pferd Nikolaus reiten könne. Auch für die Jagd-Szene sei das gute Zusammenspiel mit den Pferden sehr wichtig.

Mit der Show will Icestorm Live vor allem Kinder begeistern. So wird eben auch eine kindgerechte Länge des Spektakels angekündigt – eine Spieldauer von zwei Stunden. Zudem finden die Veranstaltungen sowohl nachmittags als auch abends statt.

 

 

Seit mehr als 40 Jahren begeistert „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ die Menschen. Der Klassiker wird an den weihnachtlichen Festtagen mehr als 15-mal ausgestrahlt. Doch nicht nur das macht ihn einzigartig. Durch die Familienshow soll der höchst erfolgreiche Film auf eine neue fantastische Ebene gehoben werden, wünschen sich die Produzenten.

Autor: Sophia Brandt
Fotos: Tobias Holtz, WDR/DEGETO

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