Märchen-Prinzessin verzaubert wieder

Schön ist sie, wild und wunderbar frech. Treffsicher holt sie mit der Armbrust winzige Zapfen von meterhohen Tannen. Obendrein gibt sie ihrem Auserwählten knifflige Rätsel auf. Erfrischend modern für ein Mädchen aus uralten Märchentagen …

Alle Jahre wieder erliegt eine vornehmlich weibliche Fangemeinde dem Zauber eines der romantischsten Wintermärchen: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ungebrochen scheint die Faszination, den der tschechisch-deutsche Kult-Film nach über vier Jahrzehnten noch immer ausübt. Ein Blick hinter die Märchenkulissen verrät, was den Charme dieses beliebten Wintermärchens begründet: Da ist vor allem ein Aschenbrödel, das überraschend gut schießen, reiten, auf Bäume klettern kann und unerhört kess sein darf. Kurzum – ein kleines Mädchen mit Asche beschmierten Wangen stiehlt dem Prinzen die Schau. Hinzu kommt die Filmmusik des tschechischen Komponisten Karel Svoboda sowie traumhafte Drehorte in den böhmischen Wäldern und vor einem herrlich verschneiten Moritzburger Schloss.

 

Dabei war dieses Winter-Märchen ursprünglich als Frühlings-Märchen gedacht. Aschenbrödel sollte über blühende Wiesen und nicht über verschneite Felder reiten. Als jedoch andere Projekte der Babelsberger Studios die Terminkalender der Produzenten durchkreuzten, schrieb Regisseur Václav Vorlícek das Drehbuch um – von Blütenwiese auf Schneelandschaft.

Damals ahnte wohl kaum einer, dass damit ein wichtiger Baustein für den märchenhaften Erfolg dieses Wintertraums gelegt wurde. Bevor jedoch aus der dritten Haselnuss das Hochzeitskleid purzeln, Aschenbrödel Hochzeit feiern und die Liebe siegen kann, muss das Märchen-Rätsel gelöst werden.

„Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht!“ Nach anfänglichen Startschwierigkeiten löst der Prinz das Geheimnis. Seine Prinzessin bekommt ihr Hochzeitskleid, die Zuschauer ihre fulminante Abschlussszene und Weihnachten ist damit gerettet.

 

Autorin: Gerlinde Bauszus
Foto: ROGRESS-FILMVERLEIH/DEFA-STIFTUNG

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