Zeitumstellung: der Winter steht vor der Tür, die Uhr dreht sich zurück

Vom 26. auf den 27. Oktober 2019 ist es wieder soweit – die Uhr wird zurück gestellt und damit wird uns eine Stunde „geschenkt“. Das klingt doch erst mal super...! Was dabei mit unserem Körper passiert und wie du deinem Kind helfen kannst, einen normalen Rhythmus wiederzufinden, erklärt Schlafcoach Nicole Willms von Schlaf ein, Baby - Schlafcoaching. 

Wir stellen also alle Uhren um und wundern uns am Morgen des 27., wie früh wir doch aufgewacht sind, und wie viel wir uns an diesem langen Tag so vornehmen können. Doch ehe wir uns versehen ist es am Abend schon zeitiger dunkel und unser Organismus kommt irgendwie aus der Bahn. Denn eine bestimmte Uhr stellt sich nicht mal eben so mit einem Fingerdreh um – und das ist unsere persönliche, innere Uhr. Natürlich gibt es Menschen die sich daran nicht stören, doch der Großteil der Menschheit hängt erst mal eine Weile durch. Besonders bei Kindern ist das oft sehr deutlich zu sehen. Sie möchten am Morgen einfach noch nicht aus dem Bett, denn es ist doch gefühlt noch eine Stunde vor der gewohnten Kita-/Schul-Aufstehzeit. Am späten Nachmittag werden sie dann schon nörgelig, aber es gab ja noch nicht mal das Abendessen.

 

Wie kann ich meinem Kind sanft dabei helfen, sich auf die neue Uhrzeit einzustellen?

Zunächst ist es wichtig, den bewährten Ablauf beizubehalten und die gewohnten Rituale durchzuführen. Rituale und Routinen sind die Ankerpunkte des Menschen – besonders unsere Kinder können sich damit am besten orientieren. So wissen sie genau, dass nach dem Hände waschen das gemeinsame Essen bevorsteht oder es nach dem Gute-Nacht-Ritual ins Reich der Träume geht.

Den älteren Kindern lässt sich die Zeitumstellung schon gut erklären, denn sie nehmen schon bewusst wahr, dass es abends nun früher dunkel wird.

 

Wann bringe ich mein Kind dann eigentlich ins Bett?

Grundsätzlich gilt natürlich immer, dass das Kind schlafen darf, wenn es müde ist. Wenn es aber noch nicht müde genug ist, mag es noch nicht ins Bett. Das kennen wir alle nur zu gut... War die gewohnte Schlafenszeit beispielsweise 19.30 Uhr, so ist es nach der Umstellung vermutlich schon um 18.30 Uhr müde. Es bietet sich an, das Zu-Bett-bringen jeden Tag um etwa 10 Minuten nach hinten zu verschieben, um sich wieder auf die gewohnte Zeit einzupendeln.

Vielleicht kommt dir die nun frühere Schlafenszeit aber auch gerade recht? Perfekt. Dann stellst Du dir jetzt womöglich die Frage, ob dein Kind dann morgens nicht schon früher aufstehen mag? Nicht zwingend. Es gilt tatsächlich häufig das Phänomen „früh ins Bett gleich länger schlafen“.

Tastet euch einfach heran. Ich empfehle meinen Kunden immer, die Schlafenszeit maximal um 10 Minuten nach hinten zu verschieben, um eine Übermüdung zu vermeiden. Eine Übermüdung macht das Einschlafen nämlich um so schwerer und sorgt häufig für unruhige Nächte sowie sehr frühes Aufwachen.

 

Können wir schon vor der Umstellung auf die neue Zeit hinarbeiten?

Klar, ihr könnt natürlich auch schon wenige Tage vor der Zeitumstellung beginnen.

Weck deinen kleinen Schatz jeden Tag 10 Minuten früher und leg ihn abends 10 Minuten früher ins Bett. Wenn noch ein Mittagsschlaf gemacht wird, sollten diese 10 Minuten hier ebenso berücksichtigt werden. Auch die gewohnten Essenzeiten werden um 10 Minuten nach vorne verschoben. So kann sich die innere Uhr ganz behutsam neu ausrichten.

Wenn dein Kind zunächst noch nicht früher einschlafen mag, dann zieht das Gute-Nacht-Ritual noch ein wenig in die Länge. Erzähle eine längere Geschichte als gewöhnlich oder lies ein paar Seiten mehr in deinem Aschenbrödel-Buch, lasse ein längeres Hörspiel laufen, ...

Unsere Kinder haben noch kein Zeitgefühl - das prägt sich bei den meisten erst in der Grundschulzeit aus. Bis dahin wird alles von der persönlichen, inneren Uhr gesteuert.

 

 

Welche Auswirkungen hat der Gedanke von Mama und Papa?

Unsere Kinder spüren in allen Lebenslagen unsere Gedanken – negativ wie positiv. Wenn wir uns selbst mit der Zeitumstellung schwer tun und uns immer wieder einreden, dass wir ganz durcheinander sind und uns sagen, dass es doch jetzt eigentlich schon so und so viel Uhr wäre, dann kommen wir selbst mit der Situation nicht zurecht. Unsere Kinder spiegeln dieses Empfinden wider.

Nimm die neue Uhrzeit so an, wie sie ist und rede dir nicht immer wieder ein, dass es eigentlich schon später wäre. Du wirst ganz schnell merken, wie viel leichter dir, und damit auch deinem Kind, die Zeitumstellung fällt.

Den Effekt des positiven Denkens kannst du übrigens auch auf alle anderen Lebenslagen übertragen.

Lasst die Zeitumstellung auf euch zukommen und unterstütze dein Kind so gut es geht. Verzeih ihm Nörgelattacken und miese Laune - es wird bald wieder besser. Manche Kinder lassen sich gar nichts anmerken, andere reagieren etwas sensibler darauf und benötigen etwas mehr Zeit. Letztendlich ist wie so oft DEINE Geduld gefragt.

 

3 zauberhafte Fragen an Nicole Willms:

Was verbindest du mit dem Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"?
Es ist einfach ein toller Klassiker. Ich habe früher sehr oft zu Weihnachten reingeschaltet – oftmals zusammen mit meiner Oma. Da kommen alte Erinnerungen auf. Ich sollte mir wirklich mal die Zeit nehmen, den Film nochmal anzuschauen.

Welche Wünsche dürften die drei Haselnüsse dir erfüllen?
Hm... interessante Frage. Wünsche hat man ja so viele. Ich wünsche mir, die Uhr etwas langsamer drehen zu lassen, denn die Tage vergehen einfach viel zu schnell. Außerdem wünsche ich mir Gesundheit für meine ganze Familie, um von der anstehenden Erkältungswelle verschont zu bleiben. Und ein für mich gerade besonders wichtiges Thema ist der Weg in ein plastikfreies Leben, so dass ich mir noch mehr Kraft zur endgültigen Umsetzung wünsche.

Was würdest du anziehen, wenn du auf den königlichen Ball eingeladen wirst?
Auf dem königlichen Ball würde ich ein bordeauxrotes, bodenlanges Kleid tragen. Elegant, aber dezent – um der Prinzessin nicht die Schau zu stehlen. ;)
 

Über unsere Gastautorin:

Nicole Willms ist Schlafcoach für Babys und Kleinkinder. Sie hilft Familien und begleitet sie wieder zu ruhigen Nächten. Dabei geht es keineswegs darum, dem Kind etwas anzutrainieren. In ihrem Coaching geht sie ganz individuell auf jedes Kind ein. Es wird ein liebevoller Weg gewählt, der genau zu den Bedürfnissen deines Kindes passt, um selbstständig und altersgerecht ein- und durchschlafen zu können.

Hier findest du Nicole Willms: 

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© Fotos: privat | Pixabay: Daniela Dimitrova

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